+der letzte Kuss+

Irgendwann kommt für jeden der Tag
An dem man für alles bezahlt, dann stehn' wir da
Denken, wie schön es mal war
Bereuen unsere Fehler, hätten gern alles anders gemacht
Hätten all unsere Boshaftigkeiten niemals getan

Wir leben versteckt, wischen all unsere Spuren weg
Vor den anderen und vor uns selbst
Damit kein Mensch jemals sieht, wer wir in Wahrheit sind...

Wo ist der Ort für den ehrlichsten Kuss
Ich weiss, dass ich ihn für uns finden muss
Auf 'ner Strasse im Regen, auf 'nem Berg nah beim Mond
Oder kann man ihn nur vom Totenbett holen
Wo ist der Ort für einen ehrlichen Kuss
Den einzigen, den ich Dir noch geben muss...

All denen, die uns am nächsten steh'n, tun wir am liebsten weh
Und die Frage warum das so ist, bleibt unser Leben lang steh'n

Wann ist die Zeit für einen ehrlichen Kuss
Der all unsere Lügen auslöschen muss
Gib' mir die Zeit für einen ehrlichen Kuss
So wollen wir uns küssen, wenigstens am Schluss
Es wird ein Kuss sein, der alles verzeiht
Der alles vergibt und uns beide befreit
Du musst ihn mir schenken - ich bin zwar ein Dieb
Doch gestohlen ist er wertlos, und dann brauch ich ihn nicht.


Böser Wolf
Sie malt gern Bilder von sich selbst
und riesengrossen Männern in einer Zwergenwelt.
Sie weiss Geschichten die sie nie erzählt
die meisten davon hat sie selber erlebt.

Wie die vom bösen Wolf der hin und wieder kommt
und jedesmal danach von ihr verlangt,
dass sie niemals ein Sterbenswörtchen sagt,
weil er sie dafür sonst fürchterlich bestraft...

Wenn ihre Mami sie in den Arm nimmt,
würde sie am liebsten weinen und alles gestehen,
doch sie hat Angst und sie schämt sich
sie weiß keinen Rat und versucht wegzusehen

Wenn der böse Wolf hin und wieder kommt,
und jedesmal danach von ihr verlangt,
dass sie keinem ein Sterbenswörtchen sagt,
weil er sie dafür sonst fürchterlich bestraft...

Sie ist so scheu wie ein Reh.
Man nimmt sie kaum wahr, denn sie redet nicht viel.
Sie bleibt am liebsten für sich allein
betet zu Gott und wünscht sich dabei,
dass der böse Wolf niemals wieder kommt
und mit festem Griff um ihren Hals verlangt,
dass sie niemals ein Sterbenswörtchen sagt,
weil er sie dafür sonst fürchterlich bestraft.


Nur zu Besuch

Immer wenn ich dich besuch, fühl ich mich grenzenlos.
Alles andere ist von hieraus so weit weg.
Ich mag die Ruhe hier, zwischen all den Bäumen,
als ob es den Frieden auf Erden wirklich gibt.
Es ist ein schöner Weg, der unauffällig zu dir führt.
Ja, ich hab ihn gern, weil er so hell und freundlich wirkt.
Ich habe Blumen mit, weiß nicht, ob du sie magst.
Damals hättest du dich wahrscheinlich sehr gefreut.
Wenn sie dir nicht gefalln, stör dich nicht weiter dran.
Sie werden ganz bestimmt bald wieder weggeräumt.
Wie es mir geht, die Frage stellst du jedesmal.
Ich bin ok, will nicht, dass du dir Sorgen machst.

Und so red ich mit dir wie immer,
so als ob es wie früher wär,
so als hätten wir jede Menge Zeit.
Ich spür dich ganz nah hier bei mir,
kann deine Stimme im Wind hörn.
Und wenn es regnet, weiß ich, dass du manchmal weinst.
Bis die Sonne scheint.
Bis sie wieder scheint.

Ich soll dich grüßen, von den andern,
sie denken alle noch ganz oft an dich.
Und dein Garten, es geht ihm wirklich gut,
obwohl man merkt, dass du ihm doch sehr fehlst.
Und es kommt immer noch Post, ganz fett adressiert an dich,
obwohl doch jeder weiß, dass du weggezogen bist.

Und so red ich mit dir wie immer
und ich verspreche dir
wir haben irgendwann wieder jede Menge Zeit.
Dann werden wir uns wiedersehn,
du kannst dich ja kümmern wenn du willst,
dass die Sonne an diesem Tag auch auf mein Grab scheint.
Dass die Sonne scheint.
Dass sie wieder scheint.


Freunde
Mit 15 schrieben wir noch Parolen an die Wand,
die keiner von uns damals so ganz genau verstand.
Wir waren mit 20 klar dagegen, egal was es grad war,
hauptsache zusammen und mit dem Kopf durch die Wand.

Das Leben kam oft anders und selten wie gedacht,
doch wir haben all die Kompromisse nie mit uns gemacht.
Wir würden füreinander lügen, notfalls auch vor Gott.
Wir haben nie drüber geredet, doch wir halten unser Wort.

Alles, weil wir Freunde sind,
weil wir Freunde sind.

Manche sind gestorben, andere gingen weg,
doch wir hier haben einfach immer alles überlebt.
Wir sind anders als die Anderen, auch wenn's keine Anderen gibt.
Wir schwören uns immer wieder, dass das Beste vor uns liegt.
Die Jahre ließen Spuren - man kann sie deutlich sehen.
Wir würden uns das so nie sagen, weil wir Freunde sind.

Wir streiten und vertragen uns,
weil wir noch Freunde sind.
Wir sind immer da, auch ohne Grund,
weil wir noch Freunde sind.

Und wieder ist ein Jahr vorüber,
und wieder ist mein Bierglas leer.
Und wieder ein paar Falten
und auch 'ne Tätowierung mehr.
Irgendeine Liebe war's irgendwann mal wert.
Werden wir uns jemals ändern?

Wenn wir verlieren, bauen wir uns auf - alles weil wir Freunde sind.
Der Rest der Welt, wir scheißen drauf - alles weil wir Freunde sind.
Wir bleiben, wir siegen - weil wir noch Freunde sind.
Nichts wird uns totkriegen - weil wir Freunde sind.
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